Was ist Pfadi? 2017-11-22T10:07:22+00:00

Die Pfadibewegung: Seit über 100 Jahren jung geblieben

1Die Pfadibewegung ist die grösste Jugendorganisation der Schweiz und steht auch heute noch für Freundschaft, Internationalität, Engagement, Zusammenhalt und packende Aben teuer. In der Pfadi triffst du dich regelmässig mit Gleichaltrigen zu gemeinsamen Erlebnissen. Du verbringst viel Zeit in der Natur – Spiel, Spass und Abenteuer stehen bei den Aktivitäten im Vordergrund. Gegenseitiger Respekt und Toleranz führen oft zu lebenslangen Freundschaften.

Gleichzeitig lernst du in der Pfadi, Schritt für Schritt Veranwortung zu übernehmen. Du bestimmst das Geschehen in deiner Gruppe mit und engagierst dich für deine Mitmenschen. Höhepunkte des Pfadijahres sind die verschiedenen Lager, die im Zelt oder in einem Lagerhaus verbracht werden.

Die Pfadfinderbewegung wurde 1907 vom Engländer Robert Stephenson Smith Baden-Powell (genannt BiPi) gegründet mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle und ausgeglichene Freizeitbeschäftigung zu bieten. Heute ist die Pfadi eine weltweite Organisation mit rund 38 Millionen Mitgliedern. Verbunden fühlt man sich in der Pfadi nicht nur durch gemeinsame Aktivitäten, sondern auch durch äussere Erkennungsmerkmale: Die meisten Pfadis tragen eine Pfadikrawatte, das Pfadihemd oder einen gruppeneigenen Pullover. Einerseits, weil man sich damit unbeschwert im Dreck tummeln kann, andererseits, weil diese Kleidung auch international ein Zeichen der Zusammengehörigkeit ist.

Ganzheitliche Entwicklung durch vielseitige Aktivitäten2

Die Pfadi bietet Kindern und Jugendlichen nicht nur eine attraktive Beschäftigung, sondern verfolgt auch pädagogische Ziele: Durch vielfältige Erlebnisse sollen die Heranwachsenden befähigt werden, sich ganzheitlich zu entwickeln und allerlei Tugenden zu schulen. Abseits der Schule und des Elternhauses erwerben sie so Fähigkeiten, die ihnen erlauben, sich aktiv in der Gesellschaft zu engagieren und ihre Zukunft selbst zu gestalten.

Im Zeitalter der virtuellen Realität, da viele junge Menschen einen grossen Teil ihrer Freizeit vor einem Bildschirm verbringen, ist es nicht nur aus gesundheitlichen Gründen sinnvoll, aktiv zu werden. Sportliche Spiele, körperliche Anstrengung und Erlebnisse in der Natur sind ausgezeichnete Gelegenheiten, überschüssige Energie loszuwerden. Die Teilnehmenden erleben sich in einer aktiven Rolle und bauen eine Beziehung zu ihrem Körper auf. Durch das spielerische Überwinden von Schwierigkeiten lernen sie, positiv mit ebendiesen umzugehen. Die Kinder und Jugendlichen setzen sich in einem ungezwungenen, aber sicheren Rahmen mit ihren Grenzen auseinander und erkennen ihre Stärken und Schwächen. Innerhalb der vorhandenen Freiräume können die Pfadis Selbständigkeit beweisen, Verantwortung übernehmen, Abenteuer bestehen und Selbstvertrauen gewinnen.

4Mit ihrem Programm will die Pfadibewegung alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ansprechen – unabhängig von Nationalität, Konfession oder sozialem Hintergrund. Den individuellen und altersspezifischen Bedürfnissen wird durch die verschiedenen Altersgruppen Rechnung getragen. Im Rahmen der vielfäligen Aktivitäten sollen alle Kinder die Möglichkeit haben, sich einzubringen und an sich bisher unbekannte Qualitäten zu entdecken. Die Mitglieder einer bunt durchmischten Gruppe begegnen sich mit Toleranz und Respekt und werden zur Vielseitigkeit ermutigt. Durch die unzähligen gemeinsamen Erlebnisse lernen die Kinder und Jugendlichen, Differenzen zu diskutieren und auf Gemeinsamkeiten aufzubauen.

Nach und nach lernen die Pfadis, Verantwortung für die Gruppe oder für jüngere Kinder zu übernehmen. Sie orientieren sich an den Älteren und sind gleichzeitig Vorbild für die Jüngeren. Die Kinder und Jugendlichen sollen dazu ermutigt werden, ihre Ansichten zu vertreten und sich ei3nzusetzen. Je älter die Teilnehmenden, desto öfter werden Entscheidungen demokratisch gefällt, so dass persönliche Anliegen eingebracht werden können. Die von der Gruppe vereinbarten Entscheidungen müssen dann aber auch respektiert und die Konsequenzen getragen werden. Sich zurücknehmen, miteinander diskutieren, einander zuhören, Kompromisse schliessen, gemeinsam etwas auf die Beine stellen – und vor allem Spass erleben, wie es ihn sonst nirgends gibt.

Originaltext und weitere Infos auf www.pbs.ch .